Fehlerhafte Word-Dialogbücher erkennen und reparieren

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Seit einiger Zeit können in allen modernen Textformaten (z. B. MS-Word, also RTF oder DOC) aktive Inhalte eingefügt und mit dem Dokument weiter verteilt werden. Dabei kann es sich z. B. um Tondateien oder auch sichtbare oder verborgene Tabellen handeln. In den meisten Fällen verursachen diese Inhalte keinerlei Probleme.

Zu den sichtbaren Texten gehören immer auch sogenannte Properties, sie sind jedoch für die Nutzer erstmal unsichtbar. Diese beschreiben die Eigenschaften der Textfragmente. Also die verwendete Schriftart, Zeichengröße, Farben und vieles Weitere.

Werden diese „Properties“ jedoch beschädigt bzw. unvollständig kopiert, so kann es später auf anderen Systemen zu Problemen führen. Typische Anzeichen für solche Probleme sind türkis hinterlegte Rollennamen, welche dann im DS-Taker und DS-ADR angezeigt werden.

Aber auch eine Blockade der automatischen Speicherung kann auftreten. Insbesondere dann, wenn aktive Inhalte auf nicht (mehr) vorhandene Netzwerkquellen verweisen. Leider werden dann auch meist keine Warnungen von Windows ausgegeben.

In den Dialogbüchern aus dem DS-Taker werden die für die Maschinensteuerung notwendigen Datensätze in verborgenen Tabellen untergebracht. Dadurch können in den Dialogbüchern noch „letzter Feinschliff“ an den Dialogen mit Office-Programmen vorgenommen werden, ohne einen DS-Taker zu verwenden.

Im ADR-Studio können wir sofort die entsprechende RTF oder DOC-Datei importieren. Dabei wird nicht nur der Text eingelesen. Ebenfalls werden aus den versteckten Tabellen die Take- und Spurinformationen ausgelesen und zur Steuerung verwendet.

Sehen wir uns also mal ein konkretes Beispiel an:

In Take 2-S1, sowie Take 3-S1 werden die Rollennamen farbig hinterlegt. Wir können uns sicher sein, daß der Autor diese Hervorhebung nicht eingefügt hat.

Diese Türkise Hinterlegung ist ein Indiz dafür, daß hier defekte Properties vorliegen. Beachten Sie bitte, daß nur bei Markern diese Hinterlegung vom Programm erzeugt und gewünscht ist. Daher lassen wir die Marker (+), (-), (I) und (o) in diesem Beispiel in Ruhe.

Markieren Sie die entsprechenden Rollennamen und weisen dem Text einen transparenten Hintergrund zu, so scheint das Problem erst einmal verschwunden.

Natürlich ist es im Leben nicht ganz so einfach. Spätestens beim nächsten Aufruf der Funktion „Alle Rollen übernehmen“ stolpern die MS-Filter im Hintergrund erneut. Dann sind wieder einige der Rollennamen türkisfarbig hinterlegt.

Es gibt aber verschiedene Wege, diesen Problemen von Anfang an aus dem Wege zu gehen. Wenn Sie ein Dialogbuch bekommen, können Sie ganz einfach alle Properties zurücksetzen.

Dabei unterscheide ich zwei Fälle:

1. Es sind noch keinerlei Takes im Dialogbuch eingeteilt. Wir haben also keine gewünschten Tabelleninformationen durch einen DS-Taker in dem Dialogbuch.

2. Es wurden im Dialogbuch schon Takes durch einen DS-Taker eingetragen. Wir dürfen also keine Tabelleninformationen löschen.

Fall 1:

Importieren Sie das Dialogbuch in einem Schreibprogramm Ihrer Wahl, wir verwenden in unserem Beispiel Libre Office. Ist das Dialogbuch fertig geladen, so drücke ich STRG+A, damit wird der gesamte Text markiert. Dann noch STRG+C (kopieren), ein neues Fenster öffnen (STRG-N), und „Inhalte einfügen“ (Umschalt+STRG+V), fertig.

Der Befehl „Inhalte einfügen“ kopiert nur sichtbaren Nutztext in das neue Dokument, keinerlei aktive Inhalte oder Tabellen.

Das neue Dokument als RTF abspeichern, und erst danach in den DS-Taker einladen, um mit dem Taken zu beginnen.

Fall 2:

Importieren Sie das Dialogbuch in einem Schreibprogramm Ihrer Wahl, wir verwenden in unserem Beispiel Libre Office. Ist das Dialogbuch fertig geladen, so drücke ich STRG+A, damit wird der gesamte Text markiert. Dann noch STRG+M (direkte Formatierungen löschen), fertig.

Dokument als RTF neu abspeichern, und erst danach in den DS-Taker einladen, und mit dem Taken beginnen.

Der Befehl´“direkte Formatierungen löschen“ entfernt nur Textatribute, keine Tabellen oder defekte Tabellenreste.

Da bei diesen Vorgehensweisen auch eventuell gewünschte Markierungen (Redaktionshinweise in roter Schrift, besondere Schriftarten, etc) auf die Standardanzeige geändert werden, wird vielleicht nicht jeder diesen Weg gehen wollen oder können.

Sie können aber auch erst das Dialogbuch ungeändert in den DS-Taker einladen, und dann die Rollenerkennung durchlaufen lassen. Dann sehen Sie, an welchen Stellen es zu Problemen mit defekten Properties kommen könnte. Exportieren Sie das Dialogbuch im DS-Taker einfach, und öffnen Sie es anschliesend in Libre Office. Anstelle das gesamte Dokument zu Markieren, wählen Sie mit der Maus nur den Bereich, in dem die Rollennamen türkis hinterlegt werden. Dabei sollten Sie unbedingt auch die Zeile VOR und NACH dem fehlerhaften Rollennamen markieren, und dann mit STRG+M von allen direkten Formattierungen löschen. Haben Sie alle Stellen „gesäubert“, speichern Sie das Dokument als RTF ab, uns laden es im DS-Taker. Lassen Sie die Rollenerkennung laufen, und kontrollieren Sie das Ergebnis.

Diese Variante ist aufwändiger als die erste Prozedur, und sie gibt auch keinen kompletten Schutz vor allen theoretischen Problemen.

Variante 1 ist deutlich gründlicher, ich würde es bei meinen Projekten immer fest in meinem Workflow verwenden.

Variante 2 kann ich aber auch bei einem schon angefangenen Projekt verwenden.